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Mein Vater Horst Hörig
(1914 - 1961)

Über das Vorleben meines Vaters gab es schon immer Mythen und Unausgesprochenes aber erst im Jahr 2000 im Zuge einer Familienrecherche stieß ich auf seinen Strafregisterauszug und dann auf eine

Juli 1952. Besuch bei Papa

Strafakte. Weitere Nachforschungen ergaben, dass er bereits seit 1931 bei der Polizei als "Strichjunge" registriert war. Von 1934 bis 1935 war er sechs Monate im KZ Lichtenburg inhaftiert. 1937 erwischte ihn die Gestapo erneut, er wurde eine Woche lang im berüchtigten Hausgefängnis in der Prinz-Albrecht-Straße gefangen gehalten und dann nach § 175 zu einem Jahr und zehn Monaten Gefängnis verurteilt, die er in verschiedenen Gefängnissen und Arbeitslagern absaß. Schon ein paar Monate nach der Entlassung im Februar 1939 wurde er wegen Betrug, Urkundenfälschung und Diebstahl und unter Anrechnung seiner Vorstrafe zu vier Jahren und sechs Monaten Zuchthaus verurteilt. Er kam ins KZ Sachsenhausen und von dort nach eigenen Angaben 1944 in ein Strafbataillon zur "Frontbewährung".

1947 heiratete er meine Mutter. Ich wurde 1950 geboren. Wir waren insgesamt sechs Geschwister und sind in Niedersachsen in einem kleinen Dorf aufgewachsen. Mein Vater war sehr jähzornig, aber ich habe mich immer gut mit ihm verstanden. Ich hatte mich, an seiner aus der Haftzeit "mitgebrachten" Tuberkulose angesteckt, so dass wir lange zusammen in einem Sanatorium verbrachten. 1961 beging mein Vater Selbstmord. Über die Gründe wurde nie gesprochen, aber ich vermute, dass er mit den Erlebnissen aus seiner Vergangenheit in der Gegenwart nicht fertig wurde.

Petra Hörig

am 11.12. bei Gestapa eingeliefert

Registerkarte der Gestapo

 
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