Home an-denken

Die Website www.an-denken.de entstand im Jahr 2003 und wollte ein Ort sein, an Opfer der nationalsozialistischen Homosexuellen-Verfolgung aus der Sicht ihrer Angehörigen zu erinnern. Dieses spannende Projekt fand leider bislang nur wenige Engagierte, die die Erinnerung an ihre Familienangehörigen in dieser Weise publik machen wollten.

Die ursprünglichen Initiatoren dieser Seiten suchten daher einen neuen Platz im Netz, um das Projekt in einen größeren Zusammenhang einzubringen. Sie erhoffen sich so auch die Chance zu einer Erweiterung.

Die Website www.schwule-geschichte.de bietet mit der Literaturliste, in der auch biografische und Erinnerungsliteratur Platz gefunden hat, vor allem aber mit dem Versuch einer bundesweiten Dokumentation der inzwischen platzierten Stolpersteine einen solchen Rahmen.

Wir freuen uns, dass Jens Dobler und Regine Kuschke uns angesprochen haben, das Projekt an-denken in unsere Website zu integrieren. Und wir greifen dieses Angebot gerne auf.

 
An-Denken und Er-Innerung

Die wissenschaftliche Annäherung an die Schicksale von Menschen, die wegen ihrer Homosexualität von den Nazis verfolgt wurden, führt oft zuerst zu den Akten des verwalteten Terrors. Polizei- und Gerichtsakten, Aktenreste der ehemaligen Konzentrationslager liefern oft spröde Informationen, die den Menschen hinter dem Schicksal nur schwer erkennbar werden lassen.

Nachfühlbar wird ein Lebensweg vor allem dann, wenn individuelle Erinnerungen berichtet werden. Das können Selbstzeugnisse eines überlebenden Zeitzeugen oder Berichte von Angehörigen sein; auch Andenken aus dem Nachlass können einen lebendigeren Zugang zur Lebensgeschichte eröffnen.

Oft allerdings stehen dem unüberwindlich erscheinende Hindernisse im Weg: Viele Menschen, die dem Terror der Nazis ausgesetzt waren, haben aus begründeter Sorge diese Erlebnisse in ein "Geheimfach" ihrer Seele verschlossen – vor allem, weil die einstigen Verfolgungsgründe auch in der Nachkriegszeit Anlass für Strafverfolgung oder gesellschaftliche Ächtung waren.

So entdecken auch die Angehörigen oft erst im Nachlass sorgfältig bewahrte, aber stets geheim gehaltene Dokumente aus der Leidensgeschichte ihrer Verwandten.

 
"Besuch bei Hans"

Ein An-Denken in besonderer Form publizierte Dieter Zimmer vor einiger Zeit. Zur Spurensuche nach seinem Vater, den er nie selbst kennengelernt hatte, machte er sich auf nach Norwegen. Die Annäherung an das Schicksal seines Vaters, den er "Hans" nennt, veröffentlichte er in einem Buch. Auf dem Kolloquium zum Auftakt des Wettbewerbs für einen Gedenkort an die homosexuellen Verfolgten des NS-Regimes berichtete er über seine Spurensuche. Die "tageszeitung" veröffentlichte im Anschluss an das Kolloquium einen Beitrag Dieter Zimmers, auf den wir hier gern als Link verweisen.
Dieter Zimmer Besuch bei Hans, Bastei-Lübbe-Verlag

 
für die gesamte Website: © Alexander Zinn 2008